Haftpflichtversicherung Vergleich

Familienhaftpflichtversicherung – 5 Tipps zur Auswahl

Für die Stiftung Warentest gilt die Familienhaftpflichtversicherung, genauer gesagt die private Haftpflichtversicherung, als wichtigste private Versicherung. Die Verbraucherschützer sehen in ihr sogar eine Absicherung, welche existenzbedrohende Forderungen Dritter abwendet. Im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung handelt es sich leider noch nicht um eine Pflichtversicherung. Wie unser Haftpflichtversicherungstest belegt, ist Police jedoch nicht gleich Police, die Unterschiede zeigen sich nicht nur im Preis.

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  • Familienhaftpflichtversicherung unverzichtbar
  • Differenzierung nach Zielgruppen ermöglicht passgenauen Versicherungsschutz.
  • Signifikante Unterschiede im Versicherungsschutz

Familienhaftpflichtversicherung – auch für Singles!

In früheren Jahren spielte es keine Rolle, ob eine Familie den Versicherungsschutz wünschte, oder ein Single – die Tarife und damit die Prämien machten keinen Unterschied. Dies hat sich im Laufe der Jahre jedoch geändert. Heute unterscheiden die meisten, leider noch nicht alle, Unternehmen zwischen unterschiedlichen Zielgruppen:

  • Single
  • Single mit Kind
  • Familie
  • Paar ohne Kind
  • Senioren

In erster Linie zeigen sich die Unterschiede natürlich in der Prämie. Die Wahrscheinlichkeit, dass im Rahmen einer Police Schadensersatz geleistet werden muss, ist natürlich bei einer fünfköpfigen Familie größer als bei einer alleinstehenden Person.

Der Paragraf 283, Abs. 1 BGB bildet die Grundlage für jede Form von Haftpflichtversicherung, auch für die Familienhaftpflichtversicherung:

„(1) Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.“

Die Aussage ist klar und deutlich formuliert und impliziert, dass dem Schadensersatz nach oben hin im Zweifelsfall keine Grenzen gesetzt sind. Aus diesem Grund sehen die Verbraucherschützer auch die existenzielle Gefährdung im Rahmen einer Regressforderung. Die nachfolgende Grafik zeigt, dass jedoch immer noch rund ein Drittel der deutschen Haushalte denkt, sich den Luxus des Risikos leisten zu können.

Versicherungsschutz private Haushalte

Niemand wacht mit dem Gedanken auf, heute einen Dritten zu schädigen. Das verschüttete Glas Rotwein auf dem weißen Teppich des Gastgebers ist selten Vorsatz, ebenso der Hammer, der in der Mietwohnung in das Porzellanwaschbecken fällt und einen Riss bedingt. Dabei sind dies nur die kleinen Malheure. Eine durch Unachtsamkeit im Umgang mit einer Kerze ausgebrannte Mietwohnung schlägt schon mit größeren Summen zu Buche. Die Beispiele könnten endlos fortgesetzt werden.

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Worauf muss man bei der Auswahl einer Haftpflichtversicherung achten?

Fünf Tipps zur Familienhaftpflichtversicherung

Zunächst einmal gilt natürlich, dass der Familienstand, wie oben beschrieben, Auswirkungen auf die Prämie, aber auch auf das Vertragswerk hat. Gerade in der Familienhaftpflichtversicherung ist ein Punkt besonders wichtig:

  • Einschluss von Schäden durch deliktunfähige Kinder

Der Gesetzgeber definiert Kinder bis zum Alter von sieben Jahren als deliktunfähig, im Straßenverkehr ist die Altersgrenze auf zehn Jahre ausgedehnt. Angenommen, der dreijährige Spross stellt fest, dass man mit einem Stein wunderschöne Muster in den Lack des Autos des Nachbarn malen kann, sind die Eltern nicht in der Haftung – das Kind kann nicht wissen, dass es das eigentlich nicht darf. Für die Eltern stellt sich allerdings die Frage, ob sie lieber den Schaden aus eigener Tasche begleichen oder ein nachhaltig gestörtes Verhältnis zu ihrem Nachbarn in Kauf nehmen. Für Eltern kleiner Kinder gilt bei der Auswahl des Haftpflichtversicherers daher auf jeden Fall: Der Einschluss von Schäden durch deliktunfähige Kinder ist ein Muss. Dies gilt übrigens auch für Großeltern, die kleine Enkel haben und diese hin und wieder betreuen. Deliktunfähigkeit sollte bei Seniorentarifen auch aus einem anderen Grund Bestandteil sein. Demenz führt in fortgeschrittenem Stadium ebenfalls zu Deliktunfähigkeit, aber kein Senior ist davor geschützt, auch als Demenzkranker einen Schaden zu verursachen.

  • Die Versicherungssumme

Verträge, die schon seit vielen Jahren bestehen, bieten zwar das Gefühl der Sicherheit, haben aber einen Nachteil: Die Versicherungssummen sind nicht mehr zeitgemäß. Gerade bei Personenschäden bestätigt die Rechtssprechung immer höhere Regressforderungen der Geschädigten. Diese haben zwar hierzulande noch nicht die Dimensionen US-amerikanischer Urteile erreicht, Altverträge mit 500.000 Euro oder einer Million Euro Versicherungssumme pauschal für Personen- und Sachschäden sollten jedoch schnellsten angepasst werden. Als minimale Untergrenze gilt heute eine Deckungssumme von fünf Millionen Euro. Unser Testsieger im Familienhaftpflichtversicherungsvergleich, die VHV, bietet entweder eine Deckungssumme von 10 Millionen Euro oder von 50 Millionen Euro an.

Die nachfolgende Grafik zeigt die Entwicklung der Beitrags-, aber auch der Schadenhöhe der vergangenen Jahre:

Beiträge und Leistungen Haftpflichtversicherung

  • Versicherungsschutz für gemietete Sachen

Dieser Einschluss gilt nicht nur für die Familienhaftpflichtversicherung, sondern natürlich auch für Singles oder Senioren. Grundsätzlich sollte schon einmal Versicherungsschutz für Schäden in der Mietwohnung bestehen. Diese Klausel findet sich auch in den meisten der bestehenden Policen. Idealerweise besitzt diese Klausel auch eine Erweiterung hinsichtlich Hotelzimmern und Ferienwohnungen. Hier ist es wünschenswert, dass auch bewegliche Sachen versichert sind, beispielsweise Fernseher oder Bettdecken. Gehen wir an diesem Punkt einen Schritt weiter, zeigt sich ein Unterschied zwischen Altverträgen oder Gesellschaften mit nicht zeitgemäßen Versicherungsbedingungen und modernen Angeboten. Bis vor einigen Jahren waren Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen grundsätzlich vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Wer sich vom Nachbarn den Kärcher ausgeliehen hatte und diesen beschädigte, musste den Schaden aus eigener Tasche bezahlen. Gleiches galt für den gemieteten Bohrhammer aus dem Baumarkt. Zeitgemäße Haftpflichtversicherungen schließen heute, mindestens gegen Aufpreis, Schäden an gemieteten oder geliehenen beweglichen Sachen mit ein, wie auch unser Testsieger, die VHV, in ihren Tarifen zeigt.

  • Gefälligkeitsschäden

Ein weiteres Relikt aus alten Zeiten verschwindet auch allmählich vom Markt. Die Rede ist vom Ausschluss von Gefälligkeitsschäden. Immer mehr Anbieter gehen dazu über, auch bei solchen Schäden eine Leistung zu erbringen. Damit verschwinden aus den Schadensmeldungen Formulierungen wie „ohne Aufforderung“ oder „eigeninitiativ“, um entgegen den Versicherungsbedingungen doch einen Schadensersatz zu erhalten. Jeder hat schon einmal einem anderen bei etwas geholfen, klassisch beim Umzug. Ließ ein Helfer den Karton mit Meißner Porzellan fallen, bestand früher kein Versicherungsschutz. Moderne Versicherer wie die VHV bieten hier entsprechenden Versicherungsschutz im Rahmen der Familienhaftpflichtversicherung.

  • Verlust fremder Schlüssel

Gerade für Arbeitnehmer kann es ein teurer Spaß werden, wenn sie den Büroschlüssel oder die Codekarte verlieren. Der Austausch einer Schließanlage erreicht fünfstellige Summen. Das sogenannte Schlüsselrisiko findet sich zwar in fast allen Policen, allerdings sind die versicherten Summen teilweise marginal und helfen mit 5.000 Euro nicht wirklich weiter. Die VHV bietet in diesem Fall eine Deckungssumme in Höhe von 30.000 Euro, eine hilfreiche Größe.

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Weitere sinnvolle Einschlüsse

Neben den aufgeführten fünf Top-Kriterien gibt es durchaus noch weitere sinnvolle Einschlüsse, die teilweise aber nicht jeden Versicherungsnehmer betreffen. Dazu zählt beispielsweise das Umweltrisiko durch Öltanks. Der Einschluss ist je nach Anbieter bereits in der Prämie enthalten, teilweise kann ein Öltank gegen einen Mehrbeitrag versichert werden. Das versicherbare Volumen variiert von Gesellschaft zu Gesellschaft zwischen 3.000 Litern und 10.000 Litern. Ebenfalls als kostenloser Vertragsbestandteil findet sich die Grundbesitzerhaftpflicht. Dabei sind zwischen einer und drei Eigentumswohnungen, also auch fremd vermietete Immobilien kostenfrei mitversichert.

Ebenfalls als sinnvoll, und dies betrifft alle Versicherungsnehmer, ist der Baustein der Forderungsausfalldeckung einzustufen. Diese greift, wenn der Versicherungsnehmer einen Schaden erleidet, der Verursacher aber weder über eine eigene Haftpflichtversicherung noch über die notwendigen liquiden Mittel verfügt, Ersatz zu leisten. Bedauerlicherweise setzen viele Versicherer jedoch eine Mindestschadensgrenze, in der Regel ab 2.000 Euro, an, bevor eine Leistung erfolgt.

Unser Fazit zur Familienhaftpflichtversicherung

  • Versicherungssumme bis 50 Millionen Euro möglich.
  • Einschluss der Deliktunfähigkeit gerade für junge Familien zwingend notwendig.
  • Zeitgemäße Verträge bieten sinnvolle Deckungserweiterungen.

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