Haftpflichtversicherung Vergleich

Autohaftpflichtversicherung – was leistet sie?

Worauf muss man bei der Autohaftpflichtversicherung achten?

Jeder Autobesitzer muss sie haben, aber nur wenige Versicherungsnehmer kennen auch die Details, auf die man achten muss. Dabei ist es weniger die Haftpflichtversicherung, die umfangreich ist. Die Fahrzeugversicherung, die Kasko, hat hier deutlich mehr Tücken aufzuweisen.

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  • Gesetzliche Deckungssumme zu niedrig!
  • Auf eine hohe Maximierung bei Personenschäden achten!
  • Kaskoversicherung auf die eigenen Bedürfnisse zusammenstellen

 

Die Deckungssummen in der Autohaftpflichtversicherung

Kaum ein Versicherungsnehmer macht sich bei der Autohaftpflichtversicherung die Mühe, die Versicherungssumme zu hinterfragen. In Deutschland sind zwei Varianten möglich:

  • Die gesetzliche Versicherungssumme in Höhe von 7,5 Millionen Euro bei Personenschäden
  • Von den Versicherern angesetzte Deckungssummen, in der Regel 100 Millionen Euro

Die gesetzliche Haftpflichtversicherung leistet bei einem Personenschaden 7,5 Millionen Euro in der Summe. Sachschäden sind mit 1.120.000 Euro abgesichert, Vermögensschäden bis zu 50.000 Euro. Es ist offenkundig, dass die gesetzliche Deckung bei einem schweren Unfall mit mehreren Verletzten kaum ausreichend ist, um mögliche Regressforderungen in voller Höhe zu decken. Was viele Versicherungsnehmer nicht wissen: Die Sozialversicherungsträger fordern die Kosten für die Heilbehandlung und möglichen Reha-Maßnahmen nach einem Unfall vom Unfallverursacher ein – Beträge, die ruinös werden können. Wird ein Verkehrsteilnehmer nach einem fremdverschuldeten Unfall berufsunfähig, obliegt es unter Umständen dem Unfallverursacher, eine lebenslange Rente zu entrichten.

Besser sind die Versicherungsnehmer mit den alternativ zur gesetzlichen Versicherungssumme angebotenen Deckungsvolumina gestellt. Diese betragen in der Regel 100 oder 150 Millionen Euro bei Personen und Sachschäden. Die Absicherung von Vermögensschäden hängt in der Höhe vom jeweiligen Versicherer ab und kann nicht pauschal beziffert werden. Bei der Auswahl des Versicherers sollten nicht nur die Leistungen in der Kaskoversicherung im Vordergrund stehen, sondern auch die Höhe der Maximierung der Versicherungsleistung bei Personenschäden. Kommt es bei einem Unfall zu einem Personenschaden, leistet der Versicherer des Verursachers nicht in voller Höhe. Je nach Versicherungsgesellschaft und Tarif ist die Leistung bei Personenschäden begrenzt. Die Begrenzung läuft pro geschädigter Person und pro Unfallereignis bei Beträgen zwischen acht und zwölf Millionen Euro aus. Dies ist jedoch deutlich mehr, als die 7,5 Millionen Euro aus der gesetzlichen Versicherungssumme, falls diese auf zwei oder drei Unfallopfer aufgeteilt werden müsste.

Polizeilich erfasste Unfälle

Straßenverkehrsunfälle
Schadensart/OrtslageEinheit2012201320141
1 Vorläufiges Ergebnis.
insgesamtAnzahl2 401 8432 414 0112 402 976
davon
mit nur SachschadenAnzahl2 102 2062 122 9062 100 629
mit PersonenschadenAnzahl299 637291 105302 347
davon
innerortsAnzahl206 696199 650209 539
außerorts ohne AutobahnAnzahl75 09473 00373 909
auf AutobahnenAnzahl17 84718 45218 899

Quelle: Destatis

Die steigende Zahl der Unfälle mit Personenschaden zeigt, wie wichtig eine möglichst hohe Absicherung in diesem Fall für den Autobesitzer ist.

Bekanntermaßen erfolgt nach einem regulierten Unfall eine Herabstufung in der Schadensfreiheitsklasse, die wiederum zu einer höheren Versicherungsprämie führt. Einige Anbieter räumen ihren Versicherungsnehmern die Möglichkeit ein, teilweise gegen eine Mehrprämie, den Vertrag um den Rabattschutz zu ergänzen. Dieser Baustein führt dazu, dass es nach einem Schaden nicht zu einer Veränderung der Schadensfreiheitsklasse kommt.

Fazit: Die Höhe der Maximierung ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien bei der Autohaftpflichtversicherung.

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Die Mallorca-Police

Der Begriff Mallorca-Police, einst nur umgangssprachlich und salopp verwendet, ist inzwischen fester Bestandteil in der Versicherungsterminologie. Was genau ist aber die Mallorca-Police? Es handelt sich dabei um eine Deckungserweiterung auf Mietwagen im Ausland und hat ihre namentlichen Ursprung in dem Umstand, dass viele deutsche Urlauber auf Mallorca anfingen, Leihwagen zu nutzen. Tatsache ist, dass in vielen Ländern die Deckungssummen nicht nur bei Sachschäden, sondern auch bei Personenschäden deutlich unter dem angesiedelt sind, was letztendlich als Schadensersatzforderung seitens eines Gerichtes festgesetzt werden kann. Am deutlichsten wird dies am Beispiel Türkei ersichtlich.

Dazu eine Übersicht des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV:

Übersicht des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft GDV

Verursacht ein deutscher Autofahrer in der Türkei mit einem dort zugelassenen Fahrzeug einen Verkehrsunfall mit Personenschaden und die Regresszahlung überschreitet die Grenze von 421.379 Euro, müsste er mit seinem Privatvermögen haften. Die Mallorca-Police als Bestandteil der KFZ-Haftpflichtversicherung in Deutschland übernimmt diese Differenz bis zur Höhe der hier gültigen Maximierungsgrenze. Dieser Vertragsbestandteil kann für diejenigen sinnvoll sein, die häufiger im europäischen Ausland mit einem Mietwagen unterwegs sind, gerade in Italien oder auch Griechenland. Die Mallorca-Police ist bei einigen Gesellschaften fester Bestandteil des Vertrages, bei anderen, je nach Tarif, gegen einen Mehrbeitrag zubuchbar.

Die Fahrzeugversicherung

Während die KFZ-Haftpflichtversicherung sicherstellt, dass Unfallopfer ihre rechtmäßigen Ansprüche erhalten, dient die Fahrzeugversicherung, die Kaskoversicherung, dazu, Schäden, welche der Autobesitzer selbst verursacht, zu begleichen. Es handelt sich dabei, im Gegensatz zur Haftpflichtversicherung, um keine gesetzlich vorgeschriebene Pflichtversicherung. Die Kaskoversicherung unterteilt sich in

  • Die Teilkasko und
  • Die Vollkasko

Während es in der Teilkasko keine Schadensfreiheitsklassen gibt und ein Schaden nicht zu einer Erhöhung der Prämie im Folgejahr führt, greift dieser Sachverhalt bei der Vollkaskoversicherung. Die Vollkaskoversicherung stellt eine Erweiterung der Teilkaskoversicherung um selbst verschuldete Unfälle dar.

Wann leistet die Teilkaskoversicherung?

Die Teilkaskoversicherung leistet bei folgenden Schäden am Auto:

  • Brand
  • Glasschaden
  • Diebstahl
  • Blitzeinschlag
  • Unwetter generell
  • Haarwildschäden bei Basistarifen, Wildschäden durch alle Tierarten bei höherwertigen Tarifen
  • Schäden durch Marderbiss

PKW Diebstahl

Auch wenn die Zahl der gestohlenen Fahrzeuge rückläufig ist, und nur noch einen Bruchteil der Zahlen aus den Jahren 1993 und 1994 beträgt, sind gerade Besitzer höherwertiger Fahrzeuge immer wieder Opfer von Autoklau.

Das Thema Marderbiss birgt einen besonderen Punkt, auf den wir hier eingehen wollen. Die Problematik ist heute nicht mehr nur in den ländlichen Regionen aktuell. Längst finden sich Marder auch in den Großstädten. Höherwertige Tarife sichern nicht nur die Schäden durch den Marderbiss, sondern auch die Folgeschäden ab. Die durchgebissene Ölleitung zu ersetzen ist ärgerlich, kostet aber kein Vermögen. Richtig teuer wird es dagegen, wenn es aufgrund des Ölverlustes zu einem Motorschaden kommt. In der Höhe der Kostenübernahme für die Folgeschäden bestehen zwischen den Versicherern jedoch deutliche Unterschiede.

Wann leistet die Vollkaskoversicherung?

Über die in der Teilkaskoversicherung abgedeckten Schäden hinaus leistet die Vollkaskoversicherung auch für Schäden, welche nicht durch Dritte am Auto hervorgerufen wurden, also selbst verschuldete Unfälle, und bei Vandalismusschäden oder Schäden, bei denen der Verursacher generell nicht festgestellt werden kann. Über die Notwendigkeit einer Vollkaskoversicherung wird viel diskutiert. Die Faustformel, dass sich dieser Vertrag nicht mehr rentiert, wenn das Auto älter als drei Jahre alt ist, ist fragwürdig. Wer ein vier Jahre altes Auto selbst kaputt fährt, und das Geld auf dem Konto hat, wieder ein gleichwertiges Auto zu kaufen, mag mit dieser Strategie gut fahren. Wer jedoch nicht über das entsprechende Guthaben verfügt, wird lieber weiterhin die Prämie für die Vollkaskoversicherung bezahlen.

Unser Tipp: Bei Fremdfinanzierung, auch bei einem älteren Gebrauchtwagen, immer die Vollkasko mit abschließen. Nichts ist ärgerlicher, als einen Kredit abzubezahlen für ein Auto, das auf dem Schrottplatz steht oder entwendet wurde.

Stärker als in der KFZ-Haftpflichtversicherung unterscheiden sich die Anbieter, und hier noch einmal anbieterintern, die Leistungen bei den unterschiedlichen Tarifvarianten. Gute Versicherer ermöglichen es, den Vollkaskoschutz durch zuwählbare Deckungserweiterungen, beispielsweise Parkschäden, individuell an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Deutliche Unterschiede bestehen auch bei der Neuwert- beziehungsweise Kaufpreiserstattung bei Gebrauchtwagen. Während einige Versicherer den Neuwert bei einem Totalschaden oder Diebstahl nur innerhalb der ersten zwölf Monate nach Erstzulassung erstatten, haben andere Gesellschaften diesen Zeitraum auf 24 Monate ausgedehnt. Die Kaufpreiserstattung greift in einer Zeit zwischen 12 und 18 Monaten nach Erwerb.

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